MDR-1-Defekt

MDR-1 Defekt

Der MDR-1 Defekt ist ein Defekt im MDR-1-Gen, der bei einigen Hunderassen verbreitet ist. Dadurch kommt es zu einer mangelhaften oder fehlenden Synthese des P-Glykoproteins, welches ein wichtiger Bestandteil der Blut-Hirn-Schranke ist, was zu einer Überempfindlichkeit gegenüber manchen Arzneimitteln führt.
Bei betroffenen Tieren können daher nach der Verabreichung von bestimmten Antiparasitika (Wurmkuren, Flohschutzmittel) oder auch Durchfallmittel und Antibiotika starke neurotoxische Nebenwirkungen auftreten – bis zum Tod.
Bei Versuchen mit Mäusen, bei welchen der MDR-1-Transporter bewusst ausgeschaltet wurde, traten zahlreiche Arzneistoffe bis zu 90-fach mehr ins Gehirn als bei Vergleichstieren.

Bekannt ist eine Überempfindlichkeit z.B. für die Wirkstoffe Ivermectin, Selamectin, Okidectin, Doramectin, Mosidectin (nur bei oraler Anwendung) und Loperamid.
Milbemycinoxim und Emodepsid dürfen nur unter exakter Dosierung eingesetzt werden. Viele weitere Wirkstoffe stehen aber im Verdacht, unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen zu können.

Bei Spaziergängen ist darauf zu achten, dass der betroffene Hund keinen Kot von Pferden zu sich nimmt, da die Stoffe der Pferde-Entwurmungsmittel potenziell gefährlich sind.

Ursprung dieses Defektes liegt wahrscheinlich bei einem Hund, der etwa Mitte des 19. Jahrhunderts gelebt hat und massgeblich an der Entstehung und Festigung der Rasse Collie (Langhaarcollie /Kurz-haarcollie) beteiligt war. Daher lässt sich dieser Defekt bei Hunderassen finden, die nachweisbar mit dem Collie verwandt sind. Bei anderen vom Defekt betroffenen Rassen dient diese Mutation dann als Nachweis der Verwandtschaft.

Rassen mit einem MDR1-Defekt in %:
Collie, Kurzhaar 68%
Collie, Langhaar 55-57%
Longhaired Whippet 42-65%
Australian Shepherd 20-50%
Shetland Sheepdog 7-35%
Silken Windhound 18-30%
McNab 17-30%
Wäller 19%
Weißer Schäferhund 14%
Old English Sheepdog 1-11%
English Shepherd 7-15%
Deutscher Schäferhund 6-10%
Border Collie 10%
Hütehund-Mischlinge 6-7%

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